Was Clownerie ist
Clownerie ist Zirkuskomödie, die auf einer Figur beruht. Der Clown hat eine Maske: eine Reihe von Angewohnheiten, einen Gang, eine Reaktion auf das Scheitern. Alles andere — Reprise, Requisiten, Nummernpartner — dient dazu, diese Figur zu entfalten.
Selten lebt das Genre als eigene „Fünf-Minuten-Nummer“. Häufiger tritt der Clown zwischen anderen Nummern auf, und in Familienprogrammen führt er die Zuschauer als durchgehende Figur durch die ganze Vorstellung.
Womit dieses Genre das Publikum packt
Clownerie ist das einzige Genre der Manege, das direkt mit dem Saal spricht. Ein Kind in der ersten Reihe hört auf, Zuschauer zu sein, und wird Beteiligter; ein Erwachsener lacht, weil er sich im Clown wiedererkennt. Eine gute Reprise funktioniert ohne Worte, deshalb kennt das Genre keine Sprachbarriere — auf Tournee ist das besonders wichtig.
Besonderheiten des Genres
- der Clown arbeitet in den Pausen: Während hinter den Kulissen die Requisiten gewechselt werden, hält er die Manege;
- die Reprise beruht fast immer auf Wiederholung — der Witz kehrt ein zweites und drittes Mal mit einer neuen Wendung zurück;
- der Humor im Familienprogramm kommt ohne Derbheit aus: für ein Kind verständlich und für Erwachsene nicht langweilig;
- Improvisation ist erlaubt, doch das Gerüst der Reprise ist immer einstudiert.
Welche Rolle die Clownerie im Programm spielt
Der Clown ist der Atem der Vorstellung. Nach einer Luftnummer oder der Arbeit mit Raubtieren ist der Saal angespannt, und die Reprise nimmt diese Spannung heraus und bereitet die Zuschauer auf die nächste Episode vor. Ohne Clownerie wird ein zweistündiges Programm zu einer Folge von Tricks ohne Pausen.
Können, nicht bloß „einfach lustig“
Fast immer beherrscht ein Clown noch ein zweites Genre: Jonglage, Äquilibristik, Illusion oder Akrobatik. Die Komik beruht darauf, dass ein Trick „nicht gelingt“ — und um ihn überzeugend scheitern zu lassen, muss man ihn sauber ausführen können.