Was Zirkusdressur ist
Eine Tiernummer ist die gemeinsame Arbeit von Dompteur und Tier, aufgebaut auf Gewohnheit und Bestärkung. Der Artist „zwingt“ kein Element ab: Er baut eine Abfolge auf, die das Tier kennt und in der es sich wohlfühlt. Deshalb laufen solche Nummern in ihrem eigenen Tempo — merklich ruhiger als Akrobatik.
Die Tiere in der Manege sind sehr unterschiedlich: von Seelöwen und Katzen bis zu Pferden und großen Raubtieren. Die Logik der Arbeit ist bei allen gleich, doch Vorbereitung und Anforderungen an die Spielstätte unterscheiden sich grundlegend.
Womit dieses Genre das Publikum packt
Das ist das wärmste Genre des Programms und fast immer das lauteste, was die Reaktion der Kinder angeht. Die Zuschauer sehen keinen Trick, sondern eine Beziehung: wie das Tier den Dompteur ansieht, auf das Signal wartet, sich über das Ende eines Elements freut. Nach so einer Nummer atmet der Saal aus und beginnt zu reden.
Besonderheiten des Genres
- die Nummer lässt sich nicht beschleunigen: Das Tempo gibt das Tier vor, nicht das Drehbuch;
- Dompteur und Tier arbeiten jahrelang als Paar — einen der beiden kann man nicht austauschen;
- jede Art hat eigene Bedingungen für Transport, Haltung und Ruhe auf Tournee;
- auf Tournee kommt zur Nummer eine eigene Schicht an Dokumenten hinzu — die veterinärrechtlichen Anforderungen von Land und Spielstätte.
Welche Rolle solche Nummern im Programm spielen
Eine Tiernummer ist eine Pause im Programm. Man setzt sie nach angespannten Episoden: Der Saal schaltet von Staunen auf Rührung um, und zum nächsten schwierigen Trick kehrt die Aufmerksamkeit frisch zurück. In Familienprogrammen wird eine solche Nummer oft zur Hauptsache, wegen der die Zuschauer überhaupt kommen.
Vorbereitung und Verantwortung
Die Arbeit mit Tieren ist der am strengsten geregelte Teil einer Tournee. Veterinärdokumente, Haltungs- und Transportbedingungen, Arbeits- und Ruhezeiten — all das wird lange vor der ersten Vorstellung vorbereitet und bleibt auf der ganzen Route in der Verantwortung des Unternehmens.